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Freitag, 05. Oktober 2001

Tag 1 - Anreise nach Frankfurt

G' Day Mates. Nach einigen Problemen in letzer Minute (Ansett Pleite, Swissair Grounding) haben wir es gestern doch noch geschafft einen Flug zu buchen, der uns nach Australien bringt.
Und so sind wir jetzt unterwegs nach Frankfurt, wo morgen unser Flug Nr. MH005 der Malaysian Airlines starten soll. Wir verbringen die letzte Nacht im Mercure Wings Hotel Raunheim, wo wir dann auch unser Auto für die nächsten 3 Wochen stehen lassen können (Paketpreis für Übernachtung, Parken und Shuttlebus DEM 195,-- / DZ).

Mehrere Hotels in Flughafennähe Frankfurt bieten Pauschalen für Uebernachtung/Frühstück, Flughafentransfer und Parken an.

Im Mercure Wings Hotel Raunheim haben wir im Jahr 2000 DEM 195,-- (EUR 99,70) für dieses Paket (Doppelzimmer 2 Personen) bezahlt




Samstag, 06. Oktober 2001

Tag 2 - Abflug in Frankfurt

Nach einem gemütlichen Frühstück nehmen wir den Shuttle um 9:35 Uhr und sind so gegen 10:00 Uhr am Flughafen, wo wir dann ins Terminal 2 fahren und bei Malaysian Airlines einchecken. Bis zum Abflug haben wir noch genügend Zeit, um ein teures Mineralwasser zu trinken (DEM 5,--/0,25 l) und im Duty Free etwas einzukaufen.
Das Boarding geht glatt und schön nach Sitzreihen geordnet über die Bühne und wir erfahren auch gleich, dass wir wegen der Kriegsgefahr in Afghanistan einen Umweg fliegen müssen, der uns eine um eine Stunde längere Flugzeit beschert. So dürfen wir uns auf gute 12,5 Stunden in der Boeing 747-400P bis zu unserer Landung in Kuala Lumpur einstellen.
Der Service von Malaysian Airlines ist sehr gut und das Essen ist wesentlich besser als alles was wir bisher hatten. Es gibt Kabeljau mit Reis und Gemüse. Jeder Sitz hat einen eigenen Bildschirm mit Spielfilmen, Spielen und Informationen. Es gibt auch einige Filme in Deutsch und wir schauen uns nach dem Essen "A Knight's Tale" an, der recht unterhaltsam ist. Die Flugroute geht zuerst genau

Malaysian Airlines ist wirklich eine empfehlenswerte Fluglinie. Es gibt zwar keinen Champagner wie bei Singapore Airlines oder Cathay Pacific aber der Service ist gut und bei unseren Flügen waren alle Flugbegleiter sehr freundlich und zuvorkommend.

Richtung Süden, bis auf etwa die Höhe von Rom und erst dann dreht die Maschine Richtung Osten ab. Wir fliegen dann an der türkischen Grenze Entlang, über den Iran und später über Indien nach Malaysia. Dabei wird auf den Monitoren neben den üblichen Flugdaten wie Position, Höhe, Geschwindigkeit usw. auch immer der Abstand und die Richtung nach Mekka angezeigt. Mit Lesen und Dösen verbringen wir den Rest des langen Fluges und ich versuche mich auch mit dem Nintendo Autorennen, gebe jedoch bald auf, da mir mit Computerspielen jede Erfahrung fehlt was zu einem Crash nach dem anderen führt.

Sonntag, 07. Oktober 2001

Tag 3 - Kuala Lumpur

Mit den bereits eingeplanten 1,5 Stunden Verspätung landen wir morgens um 7:00 Uhr auf dem hypermodernen KLIA (Kuala Lumpur International Airport). Als erstes erkundigen wir uns über die Kosten für einige Stunden Schlaf im Transit Hotel. Es sind jedoch nur Deluxe Zimmer zum Preis von 130 RM (ca. 100 DEM/51 EUR) für 5 Stunden verfügbar. Das ist uns dann doch zuviel und wir beschließen statt dessen Kuala Lumpur gleich zu erkunden, schließlich haben wir 14 Stunden Aufenthalt bis zu unserem Weiterflug nach Sydney am Abend.
Wir fahren mit dem Aerotrain ins Hauptterminal und passieren die Immigration (die Einreisekarte haben wir bereits im Flugzeug bekommen und ausgefüllt). Danach müssen wir erst einmal auf die Abflugsebene um einen Teil unseres Handgepäcks in einem Schließfach zu verstauen. Dann kaufen wir Fahrkarten für den Airport-Bus (RM 25) und fahren 20 Minuten später mit dem Bus zum Busterminal von Kuala Lumpur. Da der Flughafen 50 km außerhalb der Stadt liegt, dauert die Fahrt fast eine Stunde. Am Busterminal steigen wir in einen kleineren Shuttle um, der uns zu unserem Ziel "Chinatown" bringt.
Wir streifen etwas durch die übel riechenden Gassen und gehen kurz in einen Markt hinein. Der Geruch dort ist allerdings nichts für unsere übernächtigten Mägen und so verlassen wir diesen recht schnell wieder.

Chinatown Kuala Lumpur

Als nächstes gehen wir zu Fuß zum Menara, dem mit 421 Metern 4. höchsten Turm der Welt. Der Turm ist auf einem kleinen Hügel gebaut, den wir auf Wegen und Treppen hinauf ersteigen, was bei der Hitze eine schweißtreibende Angelegenheit ist. Aber wenigstens ist die Eintrittsgebühr von 8 RM recht erträglich und so "schießen" wir mit den Hochgeschwindigkeitsfahrstühlen zur Aussichtsplattform hoch. Der Ausblick ist überwältigend, da der Turm auf dem Hügel steht, kann man sogar auf die höchsten Gebäude der Welt, die Petronas Twin Towers (452 m) "hinunter" sehen.

Menara Kuala Lumpur Petronas Twin Towers

Wir bleiben eine halbe Stunde hier ober und laufen dann zurück in Richtung Chinatown. Dort haben wir bereits vorhin das Impiana Hotel entdeckt, das heute ein Malaiisches Buffet anbietet und dort wollen wir jetzt essen gehen.
Wir lassen uns einen Tisch zuweisen und bestellen zwei Flaschen Tigerbier welches wir schon aus Singapore kennen. Danach bedienen wir uns am Buffet. Leider ist fast das gesamte Essen kalt und die Auswahl ist auch nicht grade berauschend. Wir essen etwas, können uns jedoch für keines der Gerichte begeistern.
Da unser Unternehmungsgeist aufgrund des langen Fluges recht beschränkt ist, beschließen wir noch 50 DEM zu wechseln und dann zurück zum Flughafen zu fahren.
Wir nehmen ein Taxi zum Busbahnhof das wir von 20 auf 15 RM runter handeln, was aber sicher noch das dreifache des normalen Preises ist. Der Fahrer will uns dann unbedingt für weitere 45 RM auch gleich bis zum Flughafen bringen, wir trauen ihm aber nicht und haben ohnehin genügend Zeit um den Bus zu nehmen. Vom Busbahnhof zum Flughafen kostet die Fahrt dann nochmals 20 RM pro Person.
Gegen 15:30 Uhr sind wir wieder am KLIA, wo wir uns eine Zeit lang in den Zuschauerbereich setzen und den Flugzeugen zusehen, dann holen wir unser restliches Handgepäck aus dem Schließfach, passieren den Zoll und fahren mit dem Aerotrain zum internationalen Terminal.
Im Transithotel des Terminals duschen wir für RM 20 pro Person, um für den Rest des Fluges wieder einigermaßen fit zu sein. Dann genehmigen wir uns noch ein Glas sündhaft teuren Wein (RM18 pro Glas) und laufen etwas durch die Geschäfte, bevor wir um 20:45 Uhr wieder mit einer Boeing 747-400P in Richtung Sydney starten. Die Sicherheitskontrollen beim Boarden sind extrem. Das komplette Handgepäck wird geröntgt und zusätzlich noch von Sicherheitsbeamten einzeln durchsucht. In unserem Beautycase wird der Haarlack beanstandet und wir müssen ihn abgeben, da er als Flammenwerfer benutzt werden könnte.

Der Flug ist angenehm, es gibt wieder gutes Essen und wir sehen uns den Film "Bridget Jones Diary" in deutsch an, der uns sehr gut gefällt. Da wir schon vorab eine zweier Sitzbank ganz hinten im Jumbo reserviert hatten, haben wir auch genügend Platz und können sogar etwas schlafen.

Bei den meisten Boeing 747 sind die letzten 3 Reihen der Economy Klasse, aufgrund der Form des Flugzeuges aussen nur mit zweier statt mit dreier Sitzbänken ausgerüstet. Bei den meisten Fluggesellschaften kann man diesePlätze im voraus reservieren. Man hat dort wesentlich mehr Platz als in den dreier Sitzbänken.




Montag, 08. Oktober 2001

Tag 4 Sydney - Aquarium - Darling Harbour

Um 5:15 Uhr landen wir nach einem sehr guten Frühstück mit gebratenen Nudeln und Krabben, pünktlich auf dem Sydney Kingford Smith Flughafen. Die Immigration dauert etwas, da wir so ziemlich als letzte den Flieger verlassen und damit am Ende der langen Schlange sind. Anschließend holen wir unser Gepäck vom Band und müssen dieses dann nochmals röntgen lassen (Wegen mitgebrachter Lebensmittel). Danach dürfen wir endlich an die australische Luft. Es ist angenehm kühl und windig. Vor dem Terminal holen wir uns Tickets für den Airport Shuttle ($8 p.P.) und fünf Minuten später sind wir schon auf dem Weg in Richtung City.

Gegen 7:30 Uhr sind wir schließlich im Hotel, wir haben uns dieses Jahr das IBIS Darling Harbour ausgesucht, können allerdings nicht wie erhofft gleich in unser Zimmer. Also schließen wir das Gepäck ins Schließfach (die haben hier nur kostenpflichtige Schließfächer ($ 5 / 24 h) aber keinen Gepäckraum) und gehen dann in das angrenzende Harbourside Center um einen Kaffee zu trinken.

Aber Kaffee trinken ist in Australien nicht so einfach, war es nun der Long Black oder der Flat White oder der Café Latte, den wir letztes Jahr immer getrunken haben? Ich entscheide kurzfristig für Long Black, was natürlich völlig falsch ist (schwarzer Kaffee ohne Milch) und dazu ein Sandwich mit Schinken und Käse. Der Kellner murmelt etwas von Vollkorn oder nicht und zeigt auf die Karte. Ich denke Vollkorn ist OK und nicke. 10 Minuten später bekommen wir ein Lachssandwich und nach einiger Diskussion meint der Kellner Schinken und Käse gäbe es nicht als Sandwich sondern nur als Turkish Bread !?! Auf lange Diskussionen haben wir heute keine Lust und so essen wir halt Lachs statt Schinken zu unserem 2. Frühstück.
Da unser Zimmer erst gegen Mittag frei wird und wir nicht fit für einen längeren Fußmarsch durch die Stadt sind, entschließen wir uns für einen Besuch im Sydney-Aquarium, das gleich auf der anderen Seite von Darling Harbour liegt.
Der Eintritt kostet 22 Dollar ! pro Person. Eine Stunde später wissen wir, das dieses Aquarium jeden Cent des Eintrittsgeldes wert ist. Hauptattraktion sind 3 riesige Oceanarien mit je ca. 1,5 Millionen Liter Wasserinhalt, durch die man in Plexiglasröhren hindurch gehen kann. Es gibt riesige Rochen, Haie, Schildkröten und bunte Fischschwärme zu sehen.

Nurse-Shark

Die Aquarien und Ozeanarien werden jeweils mit passender Musik beschallt. Wir sind begeistert und stehen völlig fasziniert vor den Scheiben. Nach einer Stunde verlassen wir das Aquarium wieder und gehen zum Hotel zurück, wo unser Zimmer jetzt frei geworden ist. Für die nächsten 3 Stunden ruhen wir uns erst einmal aus und duschen dann gemütlich um wieder etwas fitter zu werden.

Wir gehen über die Pyrmont Bridge zur Pitt Street und folgen dem vom letzten Jahr gut bekannten Weg in Richtung Circular Quay. Wir können es beide kaum erwarten die Oper wieder zu sehen. Deshalb setzten wir uns am Circular

The Rocks ist der älteste Stadtteil von Sydney, er liegt direkt unterhalb der Harbourbridge und beginnt am Circular Quay. Es gibt hier sehr viele schöne Restaurants in alten Häusern in denen man mit Atmosphäre essen kann.

Aber Achtung, Sydney ist nicht billig. Die Preise sind hier so hoch wie nirgends sonst in Australien. Für ein Essen für 2 Personen muss man ohne Getränke ca. 40 $ rechnen wobei es nach oben keine Grenze gibt.

In Australien wird übrigens nicht unbedingt erwartet, dass man ein Getränk zum Essen bestellt, meist wird unaufgefordert Trinkwasser zum Essen serviert.

Quay erst einmal ein bisschen in die Sonne und freuen uns, dass wir wieder wier sein dürfen und betrachten dieses architektonische Meisterwerk. Dann meldet sich langsam der Magen und wir durchstreifen "The Rocks" auf der Suche nach einem passenden Restaurant. Wir landen in einem schönen kleinen italienischen Lokal wo wir das Nudelmenü für zwei Personen essen. Es schmeckt hervorragend und auch der Hauswein ist sehr gut.

Inzwischen ist es dunkel geworden und wir laufen auf der George Street, die parallel zur Pittstreet verläuft zurück nach Darling Harbour und ins Hotel.
Anschließend gehen wir nochmals zum Harbourside Center, wo wir gemütlich ein Glas Wein trinken bevor wir schließlich total fertig in die Betten fallen.

Dienstag, 09. Oktober 2001

Tag 5 Sydney - Manly - Flug nach Cairns

Wir stehen gegen 07:00 Uhr auf und kochen uns im Zimmer einen Kaffee (Wasserkocher und Pulverkaffee gehören zur Grundausstattung jedes australischen Hotelzimmers). Anschließend packen wir unsere Sachen zusammen und verstauen Sie wieder im Schließfach an der Rezeption. Danach laufen wir wie bereits gestern über die Pyrmont Bridge und die Pitt Street zum Circular Quay. Wir treffen dort um 8:59 ein und sehen auf der Anzeigetafel, dass um 9:00 eine Fähre von der Jetty 4 nach Manly fährt, wo wir heute hin wollen. Wir sind um 9:00 Uhr an der Jetty und kaufen unsere Tickets. als wir diese haben, sehen wir gerade die Fähre ablegen, wir haben sie knapp verpasst.
Aber was soll's, die nächste Fähre geht ja bereits in einer halben Stunde. Wir laufen etwas um die Oper herum und dann ist es auch schon wieder Zeit zur Jetty zurück zu gehen. Die Fahrt nach Manly dauert ca. 20 Minuten. Es ist heute sehr windig und etwas kühl was man auf der Fähre natürlich besonders spürt.

Ship in Front of Sydney Skyline

In Manly angekommen laufen wir erst einmal durch die Fussgängerzone zum Strand. Dort besorgen wir uns bei Mc D's Kaffee und in einer Bäckerei etwas zu essen und frühstücken erst einmal direkt am Strand. Obwohl es nicht sehr warm ist, liegen doch schon einige Menschen im Sand und lassen sich von der Sonne wärmen. Es hat schöne Wellen und ganze Scharen von Surfern nutzen dies aus.

Manly Beach

Nach dem Frühstück laufen wir im Sand Richtung Norden bis zum Ende der Beach. Dort kehren wir um und laufen zurück um in entgegengesetzter Richtung bis zum geschützten Shelly Beach zu gehen. Dort halten sich im wesentlichen Familien auf, da das Meer hier weniger gefährlich ist als am ungeschützten Hauptstrand.

Manly hat uns sehr gut gefallen. Es liegt wunderschön am offenen Meer und es gibt sehr schöne Geschäfte zum Einkaufen. Manly hat eher Kleinstadt Charakter und wer mehrere Tage in Sydney verbringt, sollte unbedingt einen Abstecher hier hin mach. Die Fähren fahren alle halbe Stunde vom Circular Quay. Die Fahrt kostet pro Person 10,60 $ hin und zurück (Stand 2001).

Wir setzen uns hier nochmals eine Weile hin und genießen den Sonnenschein bevor wir zur Fußgängerzone zurück gehen um ein paar Kleinigkeiten einzukaufen. Dann holen wir uns eine Seafoodplatter mit Chips und essen diese am Pier, wo die Fähren anlegen.

Um 14:15 Uhr fahren wir mit der Fähre zum Circular Quay zurück.

Zurück in Sydney gehen wir zum Hotel, holen unsere Koffer und nehmen um 15:45 Uhr den Shuttle zum Flughafen, wo wir eine halbe Stunde später ankommen (Quantas Domestic Terminal). Das einchecken geht ruck-zuck und so haben wir noch genügend Zeit um uns etwas im Flughafen umzusehen.
Pünktlich um 18:45 Uhr starten wir mit einer Boeing 737-500 in Richtung Cairns. Das Essen schmeckt recht bescheiden und für zwei Gläser Wein werden wir 6 Dollar los. Der Film ist dann aber sehr amüsant, es läuft "Legally Blonde", eine Komödie.
Um 21:50 Uhr landen wir auf dem kleinen Flughafen von Cairns und chartern ein Taxi, welches uns zum Hotel "The Queenslander" bringt. Nach nur 5 Minuten Fahrt sind wir auch schon dort, allerdings ist die Rezeption bereits geschlossen. Auf einem Zettel steht jedoch eine Telefonnummer für Spätankömmlinge. Wir rufen an und erhalten die Info, dass in 10 Minuten jemand kommt und uns ins Zimmer lässt.
Es dauert dann tatsächlich aber eine halbe Stunde bis endlich ein Wachmann auftaucht und unser Zimmer aufschließt. Das Zimmer ist dann auch kein Zimmer, sondern eine kleine Wohnung mit kompletter Küche und Balkon.

Da wir noch nicht all zu müde sind, laufen wir noch los in Richtung Esplanade, der Uferpromenade von Cairns. Es ist noch sehr warm, bestimmt noch um die 25 Grad, obwohl es bereits kurz vor 23:00 Uhr ist. Nach 20 Minuten laufen und einigen Orientierungsproblemen finden wir schließlich die Esplanade und trinken in einem Strassencafe noch ein Bier bis 24:00 Uhr. Dann gehen wir zurück ins Hotel, unter die Dusche und ins Bett.

Mittwoch, 10. Oktober 2001

Tag 6 Wohnmobil-Uebernahme - Daintree River - Cape Tribulation

Fahrstrecke: Cairns - Daintree River - Cape Tribulation - Ellis Beach / ca. 180 km

Wir stehen um 7:00 Uhr auf und packen unsere Sachen zusammen. Die Rezeption ist jetzt besetzt und wir können ein- und gleich wieder auschecken. Für den nächsten Tag buchen wir hier auch gleich eine Tour nach Kuranda ($ 68 p.P) und erkundigen uns nach einer Reef Tour.
Danach fahren wir mit dem Taxi zur Britz Station, die nur knappe 5 Minuten entfernt in Richtung Flughafen liegt. An der Station ist recht viel los und so müssen wir eine halbe Stunde warten, ehe wir unseren Camper (einen Britz Hightop) übernehmen können. Die freundliche Dame bucht uns dafür aber auch gleich telefonisch eine Reef Tour bei Down Under Dive ($ 60 p.P).
Nach einer kurzen Einweisung (wir sind ja schon Wohnmobil-Profis) können wir dann endlich starten.

Britz Hightop Campervan

Wir fahren auf dem Bruce Highway in Richtung Norden. Etwa 5 Kilometer außerhalb der Stadt halten wir an einem riesigen Woolworth Supermarkt und decken uns erst einmal mit dem nötigsten ein.

In Australien snd Woolwoth Supermärkte - reine Lebensmittelmärkte. Meist sehr gross und mit guter Qualität. Wer Campingartikel oder Haushaltsartikel braucht, hält am besten nach einem K-Mart ausschau, diese sind meist von riesigen Ausmassen und bieten alles vom Wohnzimmer bis zur Stecknadel.

Wir besorgen uns auch gleich einen günstigen Kochtopf, denn die im Wohnmobil sind alle recht winzig. Auch Campingstühle brauchen wir noch, da es bei Britz keine mehr zu mieten gab :-((. Die günstigsten die wir hier allerdings sehen, kosten 20 Dollar pro Stück und das ist uns dann doch zu viel, denn mit nach Hause nehmen können wir sie ja nicht.
Beim Einkaufen geht natürlich viel zu viel Zeit drauf und so kommen wir erst nach 1,5 Stunden weiter. Jetzt geht es immer Richtung Norden. Unser Ziel ist der Daintree River, wo wir eine Bootstour machen möchten.
Kurz bevor wir die Fähre erreichen sind auf der linken Seite zwei provisorische Stände, an denen Rivertouren angeboten werden. Wir entscheiden uns für eine Tour von Bruce Belcher für 16,50 $, da diese bereits in 5 Minuten startet.

Wir haben Glück und sind ganz alleine in dem Boot, das eigentlich Platz für min. 20 Personen hat. Unser Guide und Fahrer ist sehr freundlich und kompetent. Er erzählt viel interessantes, aber schaltet auch immer wieder den Motor aus und schweigt um uns die unglaubliche Geräuschkulisse des Regenwaldes zu zeigen.
Gleich am Anfang der Tour sehen wir ein ca. 3,5 Meter langes Salzwasserkrokodil und gerade als wir mit dem Boot ganz in der Nähe sind steigt es gemächlich an einer Sandbank aus dem Wasser. Ich kann das Tier in aller Ruhe aus nächster Nähe fotografieren.

Guide of Rivertour Saltie at Daintree River Baby - Saltie

Anschließend zeigt uns der Guide noch mehrere kleine Krokodile die zwischen 60 und 90 Zentimetern lang sind und zwei bis drei Jahre alt. Wir sehen zudem noch Schlangen, Frösche und eine Menge Vögel.

Wir durchfahren ganz langsam einen Seitenarm des Flusses der auf beiden Seiten dicht mit Mangrovenwäldern bewachsen ist. Wir erfahren dabei, wie die Mangroven das Salz wieder abgeben, welches sie aus dem Brackwasser aufnehmen und wie wichtig Mangroven für die Meeresfauna sind.
Die Zeit vergeht viel zu schnell so ist die Stunde bald um. Wir verabschieden uns vom Guide und fahren mit dem Wohnmobil zur Fähre, wo wir für 16 Dollar (Return) über den Daintree River übersetzen.

Am Daintree River beginnt die Cape York Peninsula. Sobald man den Fluss mit der Fähre überquert hat, kommt etwas Abenteuer feeling auf. Es gibt nur noch eine geteerte Strasse und zwar von der Fähre bis zum Cape Tribilation. Ab dort benötigt man einen 4WD. Viele Veranstalter in Cairns und Umgebung bieten ein bis mehrtägige Touren in Geländefahrzeugen auf die Cape York Halbinsel an.

Auf der anderen Seite ist die Strasse gleich viel schmaler und die Brücken über die vielen Creeks sind meist nur einspurig. Oft sind sie aus halbierten Baumstämmen gemacht und sehen dadurch schon recht abenteuerlich aus.

Cape Tribulation Bridge at Cape Tribulation

Wir halten an einem Parkplatz und unternehmen einen kurzen Boardwalk durch den Regen- und Mangrovenwald. Hier soll man oft Helmcasuare, dies sind große, flugunfähige Vögel, zu Gesicht bekommen. Wir können jedoch keine entdecken. Danach geht es weiter über die Hügel bis zum Cape Tribulation. An der Stelle, wo die Teerstrasse endet und die Gravelroad nach Cooktown beginnt befindet sich ein Parkplatz, von dem aus wir zum Strand laufen. Hier ist gerade ein Filmteam beim Aufbau. Wir laufen etwas am Strand entlang nach Norden und bestaunen den Regenwald, der hier direkt an den Sandstrand reicht.
Da wir vor Einbruch der Dunkelheit am Campground sein möchten, brechen wir dann bald wieder auf und fahren zur Fähre zurück. Wir müssen dort 5 Minuten warten und können dann übersetzen. Für die erste Nacht haben wir uns den Ellis Beach Campground ausgesucht, der nördlich von Cairns direkt am Strand liegt. Besonders schön ist der Campground allerdings nicht, dafür aber recht teuer. Wir duschen und kochen Spaghetti Carbonara, die wir mangels Campingstühlen auf provisorischen Sitzgelegenheiten (Eimer und Reisetasche) essen. Es ist sehr warm und wir schlafen deshalb in dieser ersten Wohnmobil Nacht nicht besonders gut.

Donnerstag, 11. Oktober 2001

Tag 7 Kuranda

Fahrstrecke: Ellis Beach - Caravonica - Cairns / ca. 50 km

Da wir für 9:00 Uhr in der Gondelbahn nach Kuranda gebucht haben, brechen wir zeitig auf und frühstücken (im stehen) auf dem Parkplatz der Gondel in Caravonica. Wir sind dann bereits um 8:45 in der Station, wo gerade einige Busse mit Japanern anrollen. Wir haben Glück und können gleich einsteigen nachdem wir am Ticketschalter unsere „Boarding Pässe" (Ja so nennen die die Fahrkarten wirklich) bekommen haben. Die 6er Gondeln fahren knapp über den Wipfeln des Regenwaldes und durch die geöffneten, aber leider vergitterten Fenster dringt eine unbeschreibliche Geräuschkulisse wie man sie nur im tiefsten Urwald vermuten würde.

Kuranda Skyrail

Das Geschrei der Vögel und das Zirpen der Grillen und Zikaden ist fast ohrenbetäubend. Wir sind wieder einmal total begeistert. Mit uns ist noch eine junge japanische Familie in der Gondel. Als wir die erste Station erreichen, empfängt uns eine Rangerin und erklärt, was es hier zu sehen gibt und als sie dies den Japanern dann in fliessendem japanisch auch erklärt sind wir doch etwas verblüfft.

Ein Kombiticket mit ein Weg Gondelbahn, ein Weg Zug und Transfer vom Zug zum Parkplatz der Gondel kostet 60 $ p.P.

Buchen kann man das Paket in Cairns an jeder Ecke, d.h. auf jedem Campground, in jedem Hotel und auch z.B. bei Britz in der Mietstation.

Neben diesem Grundpaket kann man auch noch verschiedene andere Pakete buchen, die dann z.B. zusätzlich das Tapajukai Aboriginal Centre in Caravonica, den BirdPark in Kuranda oder geführte Regenwald exkursionen enthalten. Detailierte Infof gibt z.B. unter www.queensland-holidays.com.au

Für den Bau der Gondelbahn wurde übrigens auf die Errichtung von Baustrassen komplett verzichtet um die Natur zu schonen. So wurde das komplette Baumaterial mit Helikoptern an die Baustellen geflogen.

Wir machen den kurzen Boardwalk mit interessanten Lehrtafeln durch den Regenwald und besteigen dann wieder die Bahn zur nächsten Etappe. Die fahrt dauert nur knappe 10 Minuten bis zur nächsten Station.

Hauptattraktion hier, ist der Blick auf die Barron Falls. Jetzt am Ende der Trockenzeit ist es nur ein kleiner Bach, der in die Tiefe stürzt, aber man kann sich gut vorstellen, wie das ganze nach einem starken Regen zum donnernden Wasserfall wird. Die braunen Felsen sind durch das Wasser an manchen Stellen grau gefärbt, was die Szenerie wie ein Gemälde wirken lässt.

Barron Falls

Hier gibt es auch noch eine kleine, aber interessante Ausstellung zum Regenwald. Wir tragen uns dort natürlich ins Gästebuch ein, bevor wir die Gondel zur letzten Etappe besteigen.
Kurz vor Kuranda überqueren die Gondeln den Barron River in schwindelnder Höhe und dann erreichen wir die Endstation. Diese muss man durch den obligatorischen Souvenirshop verlassen. Wir laufen am Bahnhof vorbei, den Schildern nach zur Ortschaft (ca. 300 Meter). Kuranda ist ein reines Touristennest. Die Hauptstrasse besteht nur aus Shops, Restaurants und Bars. Das Angebot an Souvenirs, vor allem an „Aboriginal Arts" ist groß und die Preise dementsprechend vernünftig. Wir trinken erst einmal gemütlich einen Kaffee bevor wir uns auf den Weg in Richtung „Kuranda Heritage Market" machen.

Pub in Kuranda Aborigines in Kuranda

Leider ist der berühmte Markt heute recht klein. Es sind nur ca. 15 Stände geöffnet. Anscheinend ist im Moment nicht viel los mit Touris. Mit Schuld daran ist wohl auch das Ansett Grounding, da Ansett die meisten Verbindungen nach Cairns flog. Wir sehen uns ein bisschen um und bummeln dann durch die Geschäfte, wo wir zwei schöne Jacaru-Lederhüte als Sonnenschutz kaufen. Der Verkäufer, redet lange in Englisch mit uns und meint dann zum Schluss auf Deutsch, dass er 1956 aus Duisburg hierher ausgewandert sei. Seinen deutschen Akzent hat er allerdings bis heute nicht verloren.
Wir haben uns für dieses Jahr vorgenommen uns ein schönes, echtes Digeridoo zu kaufen, nachdem wir im letzten Jahr nur ein kleines Souvenir Digeridoo mit nach Hause genommen hatten. Für einen solchen Kauf ist Kuranda genau der richtige Ort, denn die Auswahl ist riesig und die Preise gut. Nach längerem Suchen und beratschlagen kaufen wir schließlich ein schönes Stück des Aboriginal Künstlers Woremi mit einem Goana Motiv.

Nach einem kleinen, überteuerten Imbiss ist es nun an der Zeit zum Bahnhof zurück zu gehen denn unser Zug fährt um 14:00 Uhr. Wir sind dann aber doch etwas zu früh dort und ruhen uns einfach im Schatten der tropischen Pflanzen ein wenig aus. Pünktlich um 14:00 Uhr geht es dann los und der Zug fährt langsam in Richtung Tal. An den Barron Falls halten wir nochmals für 10 Minuten. Die Aussicht auf die Wasserfälle war jedoch von der anderen Seite (Gondel) wesentlich spektakulärer.

Kuranda Scenic Train

Es geht dann über viele Brücken und durch Tunnels langsam am Berg entlang abwärts. Nach einer Stunde sind wir in Freshwater, wo die Busse für den Rücktransfer nach Caravonica bereits warten. 20 Minuten später sind wir auf dem Parkplatz der Seilbahnstation bei unserem Camoer.
Da wir möglichst nahe bei Cairns übernachten wollen, fahren wir jetzt in Richtung Süden zum Cairns Coconut Campground, ein Park der Big 4 Kette, die wir vom letzten Jahr noch in sehr positiver Erinnerung haben. Wir halten nochmals kurz am Shopping Center und kaufen uns im K-Mart Campingstühle, das Stück für 10 Dollar. Jetzt können wir endlich auch gemütlich draußen vor unserem Wohnmobil sitzen und die warmen Abende geniessen.
Den Campground finden wir dann auch recht schnell und es stellt sich heraus, dass es ein absoluter Glücksgriff ist. Alles ist picobello sauber und gepflegt. Das Gelände grünt und blüht und die Stellplätze befinden sich unter Schatten spendenden Kokospalmen. Der Preis ist OK und wir bekommen natürlich 10 % Rabatt, da wir einen Britz Camper haben (Auf allen Big 4 Plätzen für Britz und Maui).

Cairns Coconut Campground


Wir kochen heute gebratenen Reis mit Hackfleisch, der Reis ist allerdings nicht der Beste und wird recht matschig. Anschließend duschen wir, auch die Sanitären Anlagen könnten nicht sauberer sein, bevor wir den Tag bei einem Glas Wein ausklingen lassen.

Freitag, 12. Oktober 2001

Tag 8 Tour zum Great Barrier Reef

Fahrstrecke : Cairns Süd - Cairns Zentrum - Cairns Süd / ca.30 km

Wir sind schon vor Sonnenaufgang, gegen 5:30 Uhr wach und haben somit genügend Zeit für ein gemütliches Frühstück. Um rechtzeitig in Cairns am Pier zu sein fahren wir schon um kurz nach 7:00 Uhr los. Natürlich sind wir viel zu früh dort und meine Sorge bezüglich eines Parkplatzes stellt sich auch als unbegründet heraus (Es gibt einen riesigen gebührenfreien Parkplatz direkt bei den Piers). Um 8:15 dürfen wir dann auf das Schiff, die Supercat der Firma „Down under Dive" und um 8:30 Uhr geht die Tour los. Das Boot ist nicht voll, was sehr angenehm ist. Es sind ca. 25 Passagiere an Bord und wir wundern uns sehr darüber, dass einige so viel Gepäck mitnehmen und ganze Kisten mit Lebensmitteln und Getränken hinten verstaut sind.

Supercat

Wir fahren ca. 1 Stunde immer Richtung Osten auf das offene Meer hinaus. Ich hab mir das irgendwie anders vorgestellt. Ich dachte immer, dass es hier eine Menge Inseln gibt am Riff, aber es ist nicht eine Insel zu sehen, nur das unendliche Meer. Es ist warm und die See ist ruhig, ideale Bedingungen also für unsere Tour. Unterwegs erhalten wir einige Sicherheitsinstruktionen für das Schnorcheln und werden mit den Ausrüstungen versorgt.

Es gibt unzählige Veranstalter in Cairns, die Tagestouren zum Riff anbieten. Die Preise schwanken dabei zwischen 50 und 120 $. Beim Vergleich der Angebote sollte man folgendes beachten:

  • ist es ein schnelles Schiff d.h. kurze Fahrtzeit, viel Zeit am Riff

  • sind Tauchgänge inclusive oder kosten diese extra

  • einige Anbieter haben am Riff fest verankerte Plattformen mit Glasbodenbootem und Semi U-Booten (nur interessant wenn man nicht schnorcheln will) ev. gegen Gebühr

Mittagessen ist normalerweise bei allen Tagestouren inclusive.

Schließlich ankern wir am Riff, das hier nur knapp unter der Wasseroberfläche liegt. Wir holen unsere Taucherbrillen und Schnorchel und gehen über die Leitern am Heck ins Wasser. Der erste Blick unter Wasser haut uns fast um. Direkt unter uns ist ein großer Schwarm farbiger und min. 25 cm langer Fische und dazwischen schwimmt nur 2 Meter von uns entfernt ein ausgewachsener Napoleonfisch mit gut einem Meter Länge. Wir sind begeistert und ich komme mit dem Schnorcheln auch bald gut zurecht. Es ist absolut faszinierend, dieses Riff. Tausende bunter Fische, Korallen in allen Formen und Farben sind zu sehen. Nach 20 Minuten kehren wir erst einmal zum Boot zurück. Ich kaufe mir dort für 40 $ :-(( eine Einweg-Unterwasserkamera und gehe dann noch mal raus um ein paar Bilder zu machen. Leider ist jetzt die Sicht nicht mehr ganz so gut wie am Anfang.
Jetzt gibt es erst mal Mittagessen in Form von Würstchen und Steak mit Salat, bevor wir weiter zum nächsten Ankerpunkt fahren. Wir brauchen knapp 30 Minuten bis wir schließlich ankommen und nun ist uns auch klar, wozu das ganze Gepäck an Bord ist. Wir legen nämlich an einem älteren, fest verankerten Schiff an, wo etwa die Hälfte der Passagiere zurückbleiben wird um einige Tage auf dem Schiff, welches als Tauchbasis und Unterkunft dient, zu bleiben. Auch hier haben wir nochmals über eine Stunde Zeit zum Schnorcheln, allerdings ist das Wasser hier wesentlich kälter. Ich belichte die restlichen Bilder auf der Kamera und wir warten dann auf dem Sonnendeck bis zur Rückfahrt nach Cairns.
Auf der Rückfahrt wird dann auch Alkohol ausgeschenkt und wir genehmigen uns ein Glas Rotwein zum Abschluss dieses tollen Erlebnisses.

Um 16:00 Uhr sind wir schließlich zurück in Cairns. Wir kaufen in einem Woolworth mariniertes Hühnchen Satay und fahren dann auf den Coconut Campground zurück, wo wir ohne Probleme wieder einen schönen Standplatz bekommen. In der Campingküche grillen wir die Spieße und essen sie anschließend mit frischem Salat und Brot.
Es war ein langer, schöner und erlebnisreicher Tag und wir sind doch ziemlich geschafft, so dass wir bald schlafen.

Samstag, 13. Oktober 2001

Tag 9 Fahrt nach Townsville

Fahrstrecke: Cairns - Townsville / ca. 280 km

Obwohl die Touren der vergangenen beiden Tage sehr schön waren, sind wir froh heute einmal einen Tag ohne festes Programm zu haben, an dem wir einfach mit unserem Wohnmobil drauf los fahren können.
Wir sind wieder gegen 6:00 Uhr auf den Beinen und starten auch gleich. Das Frühstück holen wir unterwegs an einem traumhaften, einsamen Strand, dem Bingli Beach, nach. Da unser Brot schimmlig geworden ist, organisiere ich in einem kleinen Laden noch neues, wozu ein kurzer Fussmarsch notwendig ist.

Nach dem Frühstück laufen wir noch einige male den menschenleeren Strand rauf und runter bevor wir die Fahrt in Richtung Süden fortsetzten.

Bingli Beach Near Townsville

An der Strasse gibt es nur Zuckerrohrfelder so weit das Auge reicht. Oft sieht man riesige Erntemaschinen bei der Arbeit und die kleinen Waggons der Schmalspurbahnen, mit denen das geerntete Zuckerrohr zur Fabrik gebracht wird, sind alle paar Kilometer an einem Verladeplatz zu sehen. Zweimal begegnen uns auch unendlich lange Züge mit leeren Waggons.
Die Strasse führt selten direkt am Meer entlang. meistens verläuft sie einige Kilometer im Landesinneren. Es gibt Strecken an denen liegen haufenweise überfahrene Känguruhs am Strassenrand. Besonders schlimm ist eine ca. 5 km lange Strecke an der mindestens alle 5 Meter eines dieser armen Tiere liegt. Es ist ein grausamer Anblick, denn zum Teil sind die Kadaver schon völlig zermatscht. Je weiter wir nach Süden kommen, um so weniger werden es, Gott sei Dank.
Am frühen Nachmittag treffen wir schließlich in Townsville ein, wo wir in einem Woolworth noch Steaks fürs Abendessen besorgen und dann zum Rowes Bay Campground weiterfahren. Allerdings ist dieser wiederum nicht besonders gepflegt und deshalb wollen wir in Zukunft versuchen wenn möglich einen Platz der Big 4 Kette zu finden, auch wenn diese selten direkt am Meer liegen.

An der Rezeption erkundigen wir uns gleich über die Fähren nach Magnetic Island, dann gehen wir etwas am Strand spazieren, von wo aus man die Insel bereits recht gut sehen kann.

Anschließend grillen wir unsere Steaks in der Campingkitchen und machen uns dann mit dem Wohnmobil zum Castle Hill auf, von wo wir den Sonnenuntergang fotografieren wollen.
Auf der steilen Strasse sind sehr viele Jogger und Walker unterwegs und man muss höllisch aufpassen, dass man keinen über den Haufen fährt. Als wir oben ankommen ist es noch etwas zu früh zum fotografieren und so drehen wir erst einmal eine Orientierungsrunde. Es gibt hier oben auch ein Restaurant mit einer grandiosen Aussicht auf das Meer und das Hinterland, doch heute ist es leider geschlossen. Es ist warm, aber der Wind pfeift hier unheimlich, so das es einem durchaus frisch werden kann.
Als das Licht langsam besser wird mache ich einige Aufnahmen von Townsville. Wegen des starken Windes muss ich immer wieder auf einen günstigen Moment warten, damit die Aufnahmen nicht verwackeln.

Townsville

Als es vollends dunkel ist (was hier recht schnell geht) fahren wir nochmals in die Stadt und sehen uns etwas um. Wir finden allerdings keine schöne Kneipe um ein Bier zu trinken und kehren deshalb bald zum Campground zurück um den Rest des Abends bei einem Glas Wein vor unserem Wohnmobil zu verbringen.

Sonntag, 14. Oktober 2001

Tag 10 Magnetic Island

Fahrstrecke: Townsville - Bowen / ca. 140 km

Die Fähre geht erst um 9:00 Uhr und so nehmen wir uns heute etwas mehr Zeit fürs Frühstück. Wir fahren um 8:45 vom Campingplatz los und verpassen natürlich die Fähre am City Terminal ganz knapp. Na macht ja nichts denken wir, die nächste Fähre geht ja schon in 20 Minuten vom anderen Terminal am Hafen. Wir folgen den Schildern zum Fährterminal, parken unser Auto und folgen der Beschilderung um dann nach 10 Minuten wieder vor dem Cityterminal zu stehen. Als wir unseren Irrtum bemerken, rennen wir zurück zum Parkplatz und einfach mal in die entgegengesetzte Richtung weiter, was uns dann auch tatsächlich zum anderen Terminal bringt. Die Fähre legt aber gerade in dem Moment ab, als wir die Schalterhalle betreten. Toll haben die uns hier im Viereck rum gelotst. Jetzt fährt die nächste Fähre natürlich erst in 1,5 Stunden.
Glücklicherweise ist Sonntags Flohmarkt in Townsville und so haben wir jetzt Gelegenheit uns diesen in aller Ruhe anzusehen. Viel vernünftiges gibt es zwar nicht zu kaufen, aber die Zeit bis 10:30 Uhr vergeht schnell und dieses Mal sind wir rechtzeitig an der Anlegestelle.

Townsville Market Market Day in Townsville

Die Fahrt kostet 16 $ pro Person und dauert knappe 25 Minuten. Dann legen wir auch schon in Picnic Bay, dem

Magnetic Island liegt direkt vor der Küste bei Townsville. Zwei Drittel der Insel sind Nationalpark und es gibt über 25 km Wanderwege. Die Insel ist recht hügelig. Für die Ueberfahrt von Townsville bis Picnic Bay benötigt man mit Sun Ferries ca. 20 Minuten. Auf der Insel kann man sich sehr gut mit öffentl. Bussen bewegen oder ein Moke (kleines offenes Auto) mieten. Es gibt viele schöne Badebuchten von Einsam bis überlauffen.

Hauptort von Magnetic Island an. Es stehen bereits einige Linienbusse bereit und wir finden auch schnell den, der uns für 3.50 $ zum Wanderweg an den Forts bringt. Die Busse haben keine Fenster und somit ist eine Klimaanlage unnötig. Wenn es dann doch mal regnet können Plastikplanen zum verschließen der „Fenster" verwendet werden.

Wir fahren an der Südküste entlang ca. 30 Minuten bis zur Abzweigung zur Radical Bay wo der Wanderweg zu den Forts beginnt. Inzwischen ist es sehr heiß geworden und es weht auch kein Lüftchen. Am Beginn des Wanderweges wird dringend davon abgeraten, diesen zu verlassen, da sonst die Möglichkeit besteht eine im Sand oder Unterholz schlafende Todesotter zu erschrecken, was nicht sehr angenehm ist.
Der Weg geht nicht steil aber stetig nach oben und die Hitze ist mittlerweile fast unerträglich. Aber der Weg ist wunderschön und ständig bieten sich tolle Ausblicke auf die Buchten unten an der Küste. Direkt am Wegrand sitzt dann auch ein einsamer Koala in einer Astgabel und döst vor sich hin. Wir fotografieren ihn und gehen dann weiter.

Koala Magnetic Island

Am Schluss wird der Weg zu einem Rundweg dem wir nach rechts folgen. Die Aussichtspunkte folgen jetzt kurz aufeinander. Auf dem höchsten Punkt liegt ein alter Bunker, in dem es angenehm kühl ist und wir nutzen dies zu einer kurzen Rast. Das Mars, welches wir als kleine Stärkung mitgenommen haben ist durch die Hitze allerdings fast trinkfähig geworden.
Nun geht es an den Abstieg, der bei diesen Temperaturen wesentlich angenehmer ist. Schnell sind wir wieder dort, wo sich der Wanderweg zum Rundweg teilt und auch der Koala ist noch auf seinem Platz. Wir sind nach ca. 1 Stunde Gehzeit wieder am Ausgangspunkt, der Strasse zur Horseshoe Bay angekommen. Da wir keine Lust darauf haben auf einen Bus zu warten, laufen wir die 3 Kilometer zur Horseshoebay zuerst auf einem Wanderweg und anschließend an der wenig befahrenen Strasse entlang.
Als wir ankommen setzen wir uns erst einmal am Strand etwas in den Schatten und gönnen uns dann ein eiskaltes Bier (XXXX Gold) in einem Restaurant.

Hier an der Horseshoe Bay ist recht viel Betrieb und es werden allerhand wassersportliche Aktivitäten angeboten. Gegen halb drei nehmen wir dann den Bus zurück nach Picnic Bay um rechtzeitig zur Fähre zu kommen.
In Picnic Bay beobachten wir einen Mann, der eingeweichtes Brot an die Vögel verfüttert und im Nu sind mindestens 50 wunderschöne Regenbogenloris zur Stelle, die sich sogar auf seine Hände setzten um an das Brot zu kommen.

Loris

Die restliche Zeit bis zum Ablegen bummeln wir noch etwas durch die wenigen Geschäfte und ruhen uns am Strand aus.
Die Fähre geht pünktlich zurück nach Townsville. Wir holen unser WoMo vom Parkplatz und gehen zu „Tim's Surf and Turf" Restaurant, wo wir eine Seafoodplatter verspeisen. Eine super Portion und kostet gerade mal 13 Dollar, sehr zu empfehlen.
Da wir heute noch ein Stück weiter kommen möchten, machen wir uns dann wieder auf den Weg in Richtung Süden. Als es dunkel wird suchen wir uns in der Nähe von Bowen einen Campingplatz und übernachten dort.

Montag, 15. Oktober 2001

Tag 11 Cape Hillsborough

Fahrstrecke: Bowen - Cape Hillsborough NP / ca.120 km

Wie immer sind wir auch heute schon früh auf Achse und suchen uns wieder unterwegs eine schöne Beach zum Frühstücken. Dieses Mal spenden uns riesige Feigenbäume mit dicken Luftwurzeln Schatten. Nach dem Frühstück fahren wir auf dem Bruce Highway weiter bis nach Mount Ossa, wo wir zum Cape Hillsborough NP abzweigen. Ein Teil der Strecke stellt sich als schlechte Schotterstrasse heraus und wir sind heil froh, als wir diese 10 Kilometer hinter uns haben. In der Ortschaft Seaforth kommen wir wieder auf eine geteerte Strasse, wo wir links in Richtung Meer abbiegen, da wir den Nationalpark natürlich dort vermuten. Wir finden allerdings kein Hinweisschild zum Cape Hillsborough NP. Also tanken wir und fragen dann dort auch gleich nach dem Weg.

Der Cape Hillsborough ist im Moment noch ein bisschen ein Geheimtipp. Wer gerne Wandert findet einige schöne Wege auf dieser Landzunge. Eine Besonderheit dieses Parks sind die Känguruhs, die hier oft bis zum Strand kommen. Vor dem Strand befindet sich eine kleine Insel, die bei Ebbe zu Fuss erreichbar ist.

Die Zufahrt zum Park liegt dann aber weiter im Landesinneren und führt erst einmal ein Stück nach Süden. Die Strasse ist gut ausgebaut und wir sind nach 10 Minuten auf dem großen Parkplatz des Cape Hillsborough NP angekommen an den gleich auch der einzige Campground grenzt. Wir checken an der Rezeption ein und suchen uns eine schöne powered Site. Der Platz liegt sehr schön nur wenige Meter vom Strand entfernt im Wald. Nachdem unser Fahrzeug geparkt ist ziehen wir uns gleich um und machen eine Wanderung auf einem schönen Rundweg, der uns hoch hinauf auf das Cape zum Turtle Point bringt. Von diesem Punkt kann man manchmal Meeresschildkröten beobachten die in der Bucht auf Nahrungssuche sind. Heute ist es allerdings etwas windig und das Wasser deshalb zu trübe um etwas zu sehen.
Die Aussicht ist dennoch sehr schön. man kann das gesamte Kap überblicken. Interessant ist, dass es auf der einen Seite Sandstrand gibt und auf der anderen Seite Mangrovenwald. Nachdem wir wieder auf Meereshöhe hinab gestiegen sind laufen wir noch zu einer der vorgelagerten Inseln hinaus, die bei Ebbe zu Fuß zu erreichen sind und kehren dann zum Wohnmobil zurück. Da wir noch genügend Zeit haben, laufen wir noch einen weiteren Wanderweg zum Hidden Valley.

Cape Hillsborough

Dort gibt es einen kurzen Rundweg auf dem auf Hinweisschildern viel zur Vegetation und den früher hier lebenden Aborigines beschrieben wird. Wir sind ganz alleine in diesem dichten Regenwald unterwegs und können uns deshalb gut auf die verschiedenen Geräusche der Tiere konzentrieren. Sogar eine Schlange flüchtet vor uns in einen Baumstumpf. Sie ist braun und bestimmt ein bis 2 Meter lang. Leider kann ich den Kopf aber nicht sehen, da sie sich sehr schnell verkriecht und ich habe deshalb keine Ahnung was für eine Art es war.
Nun ist es aber höchste Zeit zurückzukehren, denn unsere Mägen knurren nun doch schon ziemlich da es bereits nach 15:00 Uhr ist.

Wir kochen Spaghetti im Wohnmobil und wollen dann sehen, ob vielleicht einige Känguruhs zum Strand kommen, was sie hier ab und zu tun. Als es zu dämmern beginnt hören wir plötzlich einiges Geraschel im Unterholz und siehe da es hüpfen einige Känguruhs mitten durch den Campingplatz. Wir brauchen nicht lange zu warten und eines steht direkt vor unserem Wohnmobil und schaut sich nach Essbarem um. Es sind kleinere Känguruhs, höchstens so ca. einen Meter groß, wenn sie sich aufstellen.

Kangaroo

Unsere Hoffnung ist jetzt natürlich gestiegen, einige der freundlichen Hüpfer in fotogener Pose am Strand wieder zu finden. Wir packen also unsere Sachen zusammen und gehen zum Strand hinunter wo gerade Ebbe ist. Leider lässt sich aber kein Känguruh blicken, die streifen wohl lieber durch den Campingplatz um nach Futter zu suchen.
Etwas enttäuscht gehen wir duschen und hoffen, dass wir morgen zum Sonnenaufgang mehr Glück haben. Heute genehmigen wir uns in der Gaststätte noch ein eiskaltes 'XXXX' und machen dann noch einen Spaziergang um den großen Parkplatz. Dort treffen wir auch noch auf mehrere Känguruhs, von denen eines auch ein Joey im Beutel hat.

Dienstag, 16. Oktober 2001

Tag 12 Fahrt nach Hervey Bay

Fahrstrecke: Cape Hillsborough - Mackay - Rockhampton - Hervey Bay / ca. 750 km

Wir sind natürlich früh auf, heute sogar sehr früh, um 5.20 Uhr da wir den Sonnenaufgang fotografieren möchten. Als wir am Wohnmobil die Vorhänge zurückziehen schaut schon wieder ein Känguruh von draußen rein, es ist das vom Parkplatz, mit dem Joey. Wir packen schnell die Fotoausrüstung und gehen dann zum Strand. Leider sind auch heute morgen keine Känguruhs hier anzutreffen, doch werden wir mit einem wunderschönen Sonnenaufgang dafür entschädigt.

Sunrise Cape Hillsborough

Wir machen uns dann gleich auf den Weg, denn heute möchten wir möglichst weit nach Süden in Richtung Hervey Bay kommen. Für den Rückweg vom Nationalpark zum Bruce Highway wählen wir diesmal eine andere Route, die dann auch sehr gut ausgebaut ist.
Der Highway ist auf dieser Etappe immer relativ weit von der Küste entfernt, und so müssen wir unsere Frühstückspause diesmal auf einer Restarea am Highway machen. Außer einigen Foto- und Tankpausen fahren wir heute nur und so schaffen wir es tatsächlich gegen 16:00 Uhr in Hervey Bay anzukommen. Nachfolgend ein paar Bilder von Unterwegs:

Sugar Cane Harvest Cattle Hotel

In Hervey Bay entscheiden wir uns für den Point Vernon Holiday Park, ebenfalls ein Park der Big 4 Vereinigung. Dies stellt sich als ausgezeichnete Wahl heraus, der Platz ist sehr gepflegt und alles ist absolut sauber. Der Eigentümer ist sehr hilfsbereit und bucht uns dann für den nächsten Tag gleich eine Walewatchingtour auf der MS Volante, die zum Sonnenaufgang stattfindet.
Wir kochen auf dem Campingplatz und sind dann recht früh im Bett um für den nächsten Tag fit zu sein.

Mittwoch, 17. Oktober 2001

Tag 13 Walewatching

Fahrstrecke: Campground - Hervey Bay - Campground / ca. 10 km

Der Wecker klingelt zu unsäglicher Zeit um 3:55 Uhr. Wir machen uns gleich fertig für den heutigen Tag. Es ist nicht kalt aber bedeckt. Natürlich sind wir viel zu früh fertig und können so noch einen kurzen Morgenspaziergang in der Dunkelheit unternehmen, bevor der Pickup-Shuttle pünktlich um 4:40 vor dem Campground hält. Wir sind die ersten die zusteigen und haben somit freie Platzwahl. Wir fahren in Richtung Zentrum und der Fahrer zeigt uns unterwegs im Vorbeifahren einige Bäume um die hunderte von Flying Foxes (Flughunde) kreisen. Er bietet uns an hier auf dem Rückweg einen kurzen Stop einzulegen, damit wir uns die Tiere bei Tag aus der Nähe anschauen können. Wir nehmen dieses Angebot natürlich gerne an, sind uns jedoch nicht sicher, ob sich der freundliche Chauffeur dann noch daran erinnern wird.
Nach und nach laden wir die weiteren Tour-Teilnehmer auf, bis wir schließlich mit ca. 15 Personen komplett sind und zum Pier fahren.

Es ist 5:15 Uhr als wir ablegen und es beginnt gerade zu Dämmern. Das Meer ist bereits hier im Hafen sehr unruhig und es windet ein wenig. Einige Leute setzen sich gleich auf die Bänke am Bug des Schiffes, um später die beste Aussicht zu haben. Der Skipper teilt Ihnen dann aber kurz nach dem Verlassen des Hafenbeckens mit, dass es dort möglicherweise etwas feucht werden könnte. Feucht ist gut, kaum sind die Leute nach hinten gegangen gibt der Skipper Gas und bereits Sekunden später klatscht eine riesige Welle genau dorthin, wo die Leute vorher saßen. Uns wird jetzt klar, dass es heute keine ruhige Fahrt wird, der Seegang ist zu hoch. Die Wellen schlagen dermaßen vorne gegen das Schiff, dass massen Wasser über das Boot hinweg nach hinten katapultiert werden. Oft hat man den Eindruck, das Schiff habe den Kontakt zum Wasser völlig verloren. Es fliegt geradezu von einem Wellenberg zum nächsten, um dann Sekunden später mit einem lauten Knall und einer gewaltigen Erschütterung in ein Wellental zu stürzen.
Nach einer Stunde schließlich erreichen wir den Bereich in dem sich die Wale normalerweise aufhalten. Um diese Jahreszeit sind nur noch die Kühe mit den Kälbern hier. Die Bullen sind bereits weiter nach Süden in Richtung Antarktis gezogen. Es dauert keine 5 Minuten, bis der Skipper uns mitteilt, dass er einen Wal gesichtet hat. Vorsichtig nähert er sich dem Tier und bald schon können wir die Rückenflosse sehen. Neben dem großen Wal schwimmt ein Kalb und es sieht toll aus, wie die beiden Rücken immer schön miteinander auftauchen. Leider ist es durch den Wellengang fast unmöglich zu fotografieren. Ich muss mich mit den Beinen regelrecht irgendwo festklemmen um nicht über Bord geworfen zu werden, wenn ich mit beiden Händen die Kamera halte.
Zum Glück habe ich für solche Situationen noch einen 200 ASA Sensia Film eingepackt, denn mit dem Velvia (50 ASA)hat man hier keine Chance. Die einzige Möglichkeit eventuell zu einem halbwegs vernünftigen Bild zu kommen ist sich fest zu klemmen, den Wal ins Visier zu nehmen, manuell zu fokussieren (denn bei der Wackelei spielt der Autofocus verrückt) und dann lasse ich einfach 6 bis 8 Bilder per Motordrive durchlaufen und hoffe, dass zumindest eines davon einigermaßen scharf ist.

Humpback Whales

Nachdem wir 20 Minuten neben den Walen her gefahren sind gibt es Frühstück (ganz toll bei diesem Seegang) und der Skipper sucht mittlerweile nach weiteren Walen. Bereits nach 30 Minuten ist wieder eine Kuh mit Kalb in Sicht und auch diese "verfolgen" wir für ca. 15 Minuten, bevor wir den Rückweg nach Hervey Bay antreten. Um 10:00 Uhr morgens laufen wir wieder im Hafen ein und nach 15 Minuten Wartezeit werden wir mit dem Bus zurückgefahren. Der Driver erinnert sich tatsächlich noch an sein Angebot vom Morgen und legt einen Stopp bei den Flughunden ein. Sie schlafen jetzt dicht an dicht in den Bäumen hängend.
Den Nachmittag verbringen wir das erste mal in diesen Ferien mit faulenzen im Wohnmobil. Es regnet jetzt richtig heftig und somit fällt es uns nicht schwer ein bisschen auszuruhen. Gegen Abend fahren wir dann ins Zentrum und geben die Unterwasserkamera in einem Fotoladen zur Entwicklung ab. Anschließend gönnen wir uns in Ruhe einen Cappuccino und schreiben Postkarten.
Nach einer Stunde sollen die Bilder entwickelt sein und ich bin schon mächtig gespannt. Im Fotoladen dann die böse Überraschung, der Film ist komplett belichtet und nichts aber auch gar nichts ist darauf zu erkennen. Der Verkäufer meint es müsse sich wohl um einen Produktionsfehler der Kamera handeln und ich gebe mich damit etwas enttäuscht zufrieden. Als ich mir die Sache aber später genauer überlege, komme ich zu dem Schluss, dass es sich wohl eher um einen Fehler des Entwicklers gehandelt hat, denn der Film ist komplett schwarz, hat also Licht abbekommen und ich denke bei der Produktion würde so etwas auffallen. Zudem hatte der Verkäufer noch beim Abgeben der Kamera einen Scherz darüber gemacht wie er das Ding wohl öffnen könnte und ich habe Ihn beim raus gehen schon mit einem riesigen Schraubenzieher am Gehäuse werkeln sehen. Vermutlich hat er schlicht das Gehäuse zerbrochen und der Film ist raus gefallen und belichtet worden.
Fazit: Das nächste Mal kaufe ich eine Einweg-Unterwasserkamera schon in Deutschland (kostet nicht mal die Hälfte) und lasse sie auch dort wieder bei meinem Fotohändler entwickeln.

Heute abend sehen wir uns im Fernsehraum die Nachrichten an, um heraus zu bekommen wie morgen das Wetter wird. Eigentlich wollen wir nach Fraser Island, aber wenn das weiter so regnet hat dies wohl keinen Sinn und deshalb buchen wir keine Tour im voraus. Wenn es morgen doch schön sein sollte versuchen wir einfach kurzfristig noch etwas zu organisieren. Der Wetterbericht macht zwar Hoffnung auf Besserung aber es ist wohl noch nicht klar wie schnell die Regenfront abzieht. Also lassen wir uns überraschen und verbringen diesen Abend ausnahmsweise im Wohnmobil und nicht davor.

Donnerstag, 18. Oktober 2001

Tag 14 Fraser Island

Fahrstrecke: Campground - Autovermietung - Campground / ca. 20 km

Fahrstrecke Jeep: Autovermietung - River Heads - Central Station - Lake McKenzie - Eurong - Maheeno Wreck - Pinacles - Eurong - Fähre - Autovermietung / ca. 100 km

Wir sind wieder früh auf den Beinen und siehe da, es ist kein Wölkchen am Himmel. Jetzt stellt sich die Frage, wie kommen wir nach Fraser Island. Die beste Alternative für einen Tagesauslug auf eigene Faust ist sicher der Fly and Drive Combi, den Air Fraser anbietet, aber dafür ist es jetzt zu spät. Also suchen wir eine Autovermietung und fragen einfach mal, ob wir noch ein Fahrzeug bekommen können. Wir landen bei Aussi Trax und können noch zwischen einem Ex- Militärjeep für 140 $ und einem Landrover Pickup für 180 $ wählen. Wir entscheiden uns für den urigen Ex-Militärjeep. Die Fähre wird auch gleich für uns gebucht und nach der Einweisung kann es gegen 9:00 Uhr los gehen in Richtung Riverheads Fährterminal.

Der fahrbare Untersatz ist schon recht gewöhnungsbedürftig und unterhalten kann man sich aufgrund des Geräuschpegels nur schreiend. Radio = Fehlanzeige, Servolenkung = Fehlanzeige aber dafür echt abenteuerlich.
Wir sind rechtzeitig am Terminal und können dort das Ticket (87,50 $) und das notwendige Permit ('30 $') für Fraser Island kaufen (ACHTUNG: muss bar bezahlt werden, keine Kreditkarte). Dann geht es auch schon gleich auf die Fähre, dabei müssen alle Fahrzeuge rückwärts auf die Fähre, damit man auf Fraser Island dann vorwärts runter fahren kann.

Ferry to Fraser Island

Bis jetzt klappt das alles prima und nach 30 Minuten legen wir auch schon in Fraser Island an und das heißt für alle Wagen "Allrad einschalten" denn der soll laut Vermieter auf der Insel immer drin sein und das ist auch gut so wie sich bald herausstellt. Erst einmal geht es auf der Hauptstrasse (Sandweg mit 2 zwei tiefen Spurrillen) in Richtung Central Station. Dort biegen wir auf den Parkplatz ab, um der Autoschlange von der Fähre zu entkommen. Auf den Parkplatz geht es rechtwinklig ab und ich komme mit unserem Gefährt nur nach zweimaligem rangieren in die enge Einfahrt.
Das wäre schon mal geschafft. Wir laufen an der Central Station ein wenig durch den wunderschönen Regenwald und machen einen kurzen Boardwalk entlang eines Baches. Das Wasser diese Bachs ist dermaßen klar, dass die Wasseroberfläche oft gar nicht zu sehen ist.


Nach 20 Minuten brechen wir wieder auf in Richtung Lake McKenzie. Die Ausfahrt aus dem Parkplatz ist gleich die erste Fahrprobe. Es geht sehr steil im Sand auf die Strasse hinauf und man kann nicht einmal Anlauf nehmen, da direkt vor der Auffahrt natürlich wieder eine rechtwinklige Kurve ist. Aber siehe da, unser Gefährt meistert dies ohne Probleme und schon sind wir unterwegs. Die Fahrt dauert noch einmal ca. 20 Minuten, wobei ordentliche Steigungen zu überwinden sind. Auf dem Parkplatz des Lake McKenzie ist schon einiges los und auch der Strand ist recht stark bevölkert. Aber dieser See ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Er ist türkisblau und völlig klar, einfach traumhaft.

Lake McKencie on Fraser Island

Wir laufen noch ein Stück am linken Seeufer zu einem weiteren Strand (an dem übrigens nichts los ist) und gehen dann zum Parkplatz zurück.
Die Beschilderung auf Fraser Island ist toll und so erreichen wir nach weiteren 25 Minuten den Ort Eurong an der Ostküste. Innerhalb des Ortes gibt es sogar ein paar Meter geteerte Strasse. Wir gönnen uns einen Snack und etwas zu trinken, bevor wir uns auf den 75 Mile Beach wagen. Dieser Strand ist jeweils bis 3 Stunden vor und nach Ebbe für Allrad-Pkw freigegeben. Dabei sollte man möglichst immer auf dem feuchten Sand fahren, da dieser fest ist, sich aber nicht zu weit ans Wasser wagen, da die Vermieter es gar nicht gern haben wenn die Wagen Salzwasser abbekommen.

Wir starten in Richtung Norden. Hier am Strand kann man sogar gut 60 bis 80 Kilometer schnell fahren, während im Inselinnern 30 Kilometer schon absolut das Höchste der Gefühle sind. Es herrscht reger Verkehr hier am Strand und man muss immer auf Angler aufpassen, die am Strand stehen, oder sitzen. Wir fahren erst einmal ohne weitere Stops bis zum Maheeno Wreck, wozu wir ungefähr 30 Minuten benötigen.

75 Mile Beach Maheeno Wreck

Das Wrack der Maheeno wurde 1935 nach einem Wirbelsturm hier an den Strand gespült und rostet seither vor sich hin. Es ist doch wesentlich größer, als man es sich vorstellt obwohl der hintere Teil des Schiffes bereits komplett verrostet oder im Sand versunken ist.

Ich mache viele Fotos, muss dabei aber immer wieder warten bis keine Menschen mehr zu Nahe am Wrack sind, denn im Abstand von 5 Minuten halten hier Tourbusse, entlassen 50 Personen um sie Minuten später zur nächsten Attraktion zu transportieren.

Nach einer halben Stunde kann ich mich schließlich von diesem tollen Motiv los reißen und wir setzten unseren Weg nach Norden bis zu den Pinacles fort. Es ist nur ein kurzer Weg bis dort hin und so benötigen wir kaum 5 Minuten. Auch hier sind gerade zwei große Allradbusse geparkt. Allerdings sind die Pinacles auch nicht so besonders sehenswert. Es handelt sich um eine Abbruchkante von ca. 40 Metern Höhe die von Wind und Wasser erodiert ist.

Nun ist es an der Zeit umzudrehen, denn den Zeitaufwand für die Rückfahrt zur Fähre darf man nicht unterschätzen. Einen kurzen Halt machen wir bei der Rückfahrt noch am Ellis Creek. Hier hat es aber dermaßen viele Leute, dass wir gleich wieder weiterfahren. In Eurong trinken und essen wir nochmals etwas und dann geht es wieder auf abenteuerlicher Piste quer über die Insel zurück zur Fährstation. Wir sind zeitig dort und müssen noch 30 Minuten warten. Dies lohnt sich aber in sofern, dass hier ein Dingo herumstreunt, den wir beobachten können. Pünktlich um 16:00 Uhr legt die Fähre ab, auf die wir dieses Mal vorwärts auffahren können. Runter geht es dann dafür rückwärts. Wir tanken dann, geben den Jeep ab und kaufen im Woolworth noch kurz ein, bevor wir nochmals auf den Point Vernon Holiday Park gehen, wo sich der Besitzer freut, dass wir auch für diese Nacht nochmals zurückgekommen sind.
Wir sind heute ziemlich erledigt, es war doch ein anstrengender Tag. Für Fraser Island sollte man sich eigentlich mindestens 2 Tage Zeit nehmen. Wir grillen Chicken-Satays und nach dem Duschen und einem Glas Wein fallen wir fix und fertig ins Bett.

Freitag, 19. Oktober 2001

Tag 15 Noosa Heads Nationalpark

Fahrstrecke: Hervey Bay - Noosa Heads / ca. 200 km

Da die Entfernung nach Noosa Heads, unserem heutigen Ziel nicht all zu groß ist, sind wir schon am Vormittag dort. Noosa Heads ist eine richtige Stadt und überhaupt ist die Besiedlung hier sehr dicht, mehrere Ortschaften sind hier regelrecht aneinander gereiht. Wir finden einen schönen Campground direkt am Noosa River und fahren dann in den Nationalpark, dessen Parkplatz unweit des Stadtzentrums liegt.
In dem kleinen Visitorscenter erkundigen wir uns nach Wanderungen im Park und entscheiden uns schließlich für den Weg um den Noosa Hill. Dieser Rundweg führt uns zunächst am Berg entlang durch dichten Eukalyptuswald zum höchsten Punkt, wo eine Aussichtsstelle angelegt ist und dann um die hintere Seite des Berges zurück zum Parkplatz. Die Wanderung ist schön aber nicht berauschend und nicht all zu anstrengend, obwohl es sehr heiß ist. Wir sind nach 50 Minuten wieder zurück, leider ohne ein Tier entdeckt zu haben, also beschließen wir noch einen weiteren Weg an der Küste entlang bis zur Alexandra Bay zu gehen.
Dieser Weg ist landschaftlich wesentlich schöner und führt immer etwas oberhalb des Strandes, bzw. der Klippen entlang. Vom Dolphin Point aus können wir tatsächlich wieder einige Delphine in Strandnähe beobachten. Leider ist auf diesem Weg sehr viel Fussgängerverkehr, da einige schöne Badestrände auf dieser Strecke zu finden sind.

Auf halber Strecke rennt plötzlich ein ca. ein Meter langer Goana über den Weg. Wir erschrecken uns natürlich erst, da wir damit nicht gerechnet haben, können Ihn aber dann noch für einige Zeit in aller Ruhe aus 2 - 3 Metern Entfernung beobachten.

Noosa Heads Noosa Heads

Der Weg geht dann weiter bis zur Devils Gap von wo man die Alexandra Bay auf der anderen Seite der Landzuge gut sehen kann. Hier kehren wir um, denn wir haben für diese kurze Wanderung kein Wasser mitgenommen und es ist an der Zeit wieder einmal etwas zu trinken. Auf dem Rückweg entdecken wir über dem Weg in ca. 2,5 m Höhe noch eine riesige, handtellergrosse Spinne, die in Ihrem Netz auf Beute wartet.
Am Wohnmobil leeren wir erst einmal eine kühle Flasche Wasser und sehen uns dann noch einen Koala an, der direkt neben dem Parkplatz in einer Astgabel hängt (Im Visitorscenter ist angeschrieben wo Koalas gesichtet wurden).

Wir fahren dann ins Zentrum zurück um noch einige Kleinigkeiten einzukaufen. Auf dem Campingplatz kochen wir dann Kartoffeln und essen Käse und die restlichen Kebaps von gestern dazu. Zum Sonnenuntergang gehen wir anschließend nochmals zum Fluss hinunter und beobachten einen Fischer, der grade einen großen, gefangenen Fisch ausnimmt. Um die Überreste streiten sich dann einige riesige Pelikane.

Pelikan

Wir duschen daraufhin gemütlich und fahren dann nochmals ins Zentrum um ein Bier zu trinken. Hier ist absolut die Hölle los, und die vielen Restaurants sind alle gut gefüllt. Nach 2 Stunden gehen wir dann zum Campground zurück, wo wir vor dem Wohnmobil noch ein Glas Wein trinken.

Samstag, 20. Oktober 2001

Tag 16 Brisbane - Byron Bay

Fahrstrecke: Noosa Heads - Brisbane - Byron Bay / ca. 350 km

Wir stehen um 6:00 Uhr auf und sind um 6:30 Uhr wieder unterwegs. Das erste Stück nehmen wir nicht den Highway, sondern fahren an der Küste entlang in Richtung Süden. Hier reiht sich eine Ortschaft an die nächste und obwohl es noch so früh ist, sehen wir schon viele Menschen vom Surfen oder Schwimmen zurückkommen. Auf einem Parkplatz frühstücken wir, bevor wir wieder zum Highway kommen.

Recht bald tauchen dann im Landesinneren die Glashouse Mountains auf. Wir fahren an einer Viewpoint-Beschilderung ab und parken unser Wohnmobil. Der Viewpoint selbst befindet sich auf einem Hügel, auf den ein 20 minütiger Fußweg führt. Es ist noch keine Menschenseele hier unterwegs und so können wir die grandiose Aussicht auf die Glashouse Mountains in aller Ruhe genießen.

Glashouse Mountains

Gegen 10:00 Uhr erreichen wir schließlich die Vororte von Brisbane und parken an einem Einkaufszentrum, da wir nicht mit dem Wohnmobil mitten in die Stadt fahren möchten. Brisbane hat ein hervorragendes Busnetz und so sind wir schnell im Stadtzentrum.
Wir streifen etwas durch die Fußgängerzone und suchen dann am Pier nach einem Café. Da jedoch hier noch alles geschlossen ist, gehen wir ins Zentrum zurück und trinken dort einen Kaffee und essen ein Macadamiaslice, einen recht fettigen Kuchen mit ganzen Macadamia Nüssen.

Brisbane ist eine sehr schöne Stadt, besonders die gläsernen Hochhaustürme haben es mir angetan wie man an den folgenden Bildern sieht.

Brisbane

Am Mittag laufen wir dann nach Chinatown, welches wir bei der Fahrt ins Zentrum vom Bus aus gesehen hatten. Dort ist heute Markt und es herrscht ordentlicher Andrang. Wir essen in einem Pub Pizza und Tintenfischringe und kaufen auf dem Markt Räucherstäbchen, bevor wir uns langsam auf den Rückweg zum Wohnmobil machen. Dabei verfranzen wir uns aber etwas, so dass wir erst einmal vergeblich auf unseren Bus warten, kein Wunder, denn wir sind in die falsche Richtung gegangen. Nach 20 Minuten sind wir aber dann richtig und es kommt bald ein Bus, mit dem wir wieder zum Wohnmobil fahren.

Wir verlassen die Stadt in Richtung Süden. Der Highway Nr. 1 ist hier jetzt richtig 4-spurig ausgebaut und es herrscht eine Menge Verkehr. Wir passieren jede Menge Vergnügungsparks wie Seaworld und Adventureland usw.. Aus der Ferne sehen wir die Hochhäuser des Ferienortes Surfers Paradise und einige Zeit später zweigt dann die Strasse zum Cape Byron ab, der wir jetzt folgen.

Wir mieten uns auf dem Glen Villa Resort Caravan Park ein, ein großer und gepflegter Platz, unweit des Ortszentrums. Wir duschen gemütlich und gehen dann zu Fuß in Richtung Zentrum um noch eine Kleinigkeit zu essen. Nachdem wir anfänglich kein schönes Lokal finden, landen wir schließlich im Bahnhof, der komplett zu einer großen Kneipe umfunktioniert wurde. Hier ist richtig was los, es gibt Live-Musik und der Laden ist rappelvoll. Wir holen uns zwei VB's und bestellen Shoestring fries mit Aioli. Es ist echt toll hier und auch die Fries sind spitze, nicht so dicke Dinger wie sonst üblich. Hier gefällt es uns und so trinken wir noch das eine oder andere Bier.

Plötzlich bebt der Boden und als wir aus dem Fenster schauen, trauen wir unseren Augen fast nicht: hier hält tatsächlich der Zug. Damit hatten wir nicht gerechnet, wir waren davon ausgegangen, dass der Bahnhof stillgelegt ist, da nichts auf einen richtigen Bahnhof hingewiesen hat (Auf dem Weg hierher sind wir auch gemütlich über die Gleise spaziert). Einige Leute rennen schnell aus dem Zug auf den Bahnsteig, stecken sich eine Zigarette an und ziehen wie verrückt drei-, viermal daran, dann drücken sie die Kippen aus und springen wieder in den Zug, kurz bevor sich die Türen schließen. Scheinbar gibt es im Zug keine Raucherabteile !. Nach dem dritten Bier gehen wir langsam zum Wohnmobil zurück. Es ist kühl hier und wir sind froh um unsere Regenjacken, man merkt deutlich, dass wir weiter im Süden sind.

Sonntag, 21. Oktober 2001

Tag 17 Cape Byron, Fahrt nach Coffs Harbour

Fahrstrecke Byron Bay - Coffs Harbour / ca. 220 km

Nach dem Frühstück fahren wir durch das Ortszentrum bis zum Strand, wo wir das Wohnmobil auf einem Parkplatz abstellen. Hier beginnt der Rundweg zum Leuchtturm, den wir heute morgen machen möchten. Wir packen den Rucksack mit Wasser und die Fotoausrüstung und dann starten wir.

Erst geht es einen schmalen Pfad durch den Wald immer bergan und dann ein kurzes Stück wieder hinunter, bis wir erstmals auf der rechten Seite freie Sicht auf den ewig langen Strand ca. 100 Meter unter uns haben. Von diesem Kap aus gibt es nach Norden und nach Süden jeweils 30 Kilometer traumhaften Sandstrand. Als wir aus dem Wald heraus kommen, sehen wir vor uns bereits den schönen, weißen Leuchtturm in der Sonne strahlen.

Cape Byron Cape Byron

Wir gehen am Leuchtturm vorbei und auf den Klippen dahinter ist dann der östlichste Punkt des australischen Festlandes markiert. Dann geht der Rundweg auf Treppen zum Meer hinunter, wo zwei weitere Aussichtspunkte eingerichtet sind. Nur wenige Meter vor der Küste tummeln sich einige Delfine, die wir gut beobachten können. Der Weg führt dann wieder nach oben und an der nördlichen Küste, immer auf halber Höhe der Klippen zum Strand bei Byron Bay zurück. Da heute Sonntag ist, ist am Strand viel los. Zumal es ein herrlicher, sonniger Tag ist. Wir suchen uns in Strandnähe ein Café um einen Cappuccino zu trinken und finden schliesslich ein schönes Restaurant mit großer Terrasse, wo wir uns einen Tisch suchen. Ich bestelle an der Bar und bekomme zu meiner Verwunderung ein kleines, ca. zigarettenschachtelgrosses Kästchen nachdem ich bezahlt habe. Gespannt, was wohl damit passiert gehe ich zum Tisch zurück. Als wir nach 10 Minuten noch nichts von unserem Cappuccino gehört haben, werden wir langsam unsicher. Doch gerade als ich aufstehen will, um an der Bar nachzufragen, fängt das Kästchen an zu piepen. Das heißt wohl soviel wie "Der Cappuccino ist fertig". Gegen Rückgabe des Kästchens bekomme ich dann tatsächlich die beiden Getränke an der Bar.

Am Nachmittag verlassen wir Byron Bay und damit das Cape Byron und fahren in Richtung Süden. Die Strasse verläuft hier ein gutes Stück im Landesinneren über hügeliges, grünes Gelände, welches ein bisschen an Irland erinnert.

New South Wales

Die Strecke ist kurvig und natürlich auch wieder einspurig, so dass wir nur langsam voran kommen. Erst gegen Abend erreichen wir schließlich unser Tagesziel Coffs Harbour. Wir fahren allerdings nicht direkt nach Coffs Harbour sondern auf einen Big 4 Campground an der Emerald Beach, ca. 20 Kilometer vor der Stadt. Hier kochen wir und machen uns dann einen gemütlichen Abend. Der Versuch noch ein Bier trinken zu gehen scheitert, denn es gibt in diesem Kaff keine Kneipe und alles scheint wie ausgestorben. Da es zum draußen sitzen dann recht bald zu kühl wird, gehen wir früh ins Bett.

Montag, 22. Oktober 2001

Tag 18 Coffs Harbour - Fahrt nach Port Macquarie

Fahrstrecke Coffs Harbour - Port Macquarie / ca. 170 km

Auch heute fahren wir ohne Frühstück früh los, denn es ist recht schattig auf dem Platz. Wir legen die restlichen 20 Kilometer bis Coffs Harbour zurück, tanken und fahren dann in Richtung Strand. Etwas abseits finden wir dann einen grandiosen Logenplatz für unser Frühstück. Auf einer kleinen Landzunge haben wir das Meer auf beiden Seiten und können zum Frühstück die imposante Brandung beobachten. Dazu geben uns einige Surfer eine Gratis-Vorstellung und da wir heute genügend Zeit haben, nehmen wir es gemütlich und sitzen einfach noch ein bisschen in der Sonne.

Coffs Harbour Surfer

So wird es dann 10:30 bis wir Coffs Harbour wieder verlassen. Auf der folgenden Strecke nach Port Macquarie haben wir keine festen Besichtigungsziele mehr und folgen deshalb zwei mal den angeschriebenen Tourist Drives die vom Highway abzweigen. Dabei kommen wir durch wunderschöne ländliche Gebiete mit vielen Farmen, Weiden und natürlich Windrädern. Wir überqueren sehr viele Flussläufe auf interessanten Zugbrücken.

Farm New South Wales

Auf einem der Drives kommen wir zum einem alten Gefängnis, dass direkt am Strand liegt. Dort befindet sich auch ein wunderschöner , kleiner Campingplatz. Für uns ist es allerdings noch zu früh zum übernachten und so fahren wir nach einer kurzen Rast schließlich weiter nach Port Macquarie wo wir am Mittag eintreffen.

Port Macquarie Port Macquarie

Wir kochen und bummeln dann etwas durch das schöne Städtchen. Der tolle Big 4 Campground liegt direkt zwischen Fluss und Meer. Im Norden steigt weiter entfernt eine riesige Rauchwolke vermutlich von einem Buschbrand in die Höhe. Diese verhilft dann dem ohnehin schönen Sonnenuntergang zu zusätzlicher Farbenpracht.
Heute Abend räumen wir schon mal ein bisschen im Wohnmobil zusammen, denn dies ist bereits unsere letzte Nacht im Camper. Morgen kommen wir wieder nach Sydney, wo wir das Wohnmobil abgeben werden.

Dienstag, 23. Oktober 2001

Tag 19 Port M - Sydney Wohnmobil Rückgabe

Fahrstrecke: Port Macquarie - Sydney / ca 420 km

Heute Morgen heißt es aufräumen. Wir packen unsere Koffer und säubern das Wohnmobil innen. Inzwischen ist die Gegend hier komplett in dichten Nebel eingehüllt. Der Grund dafür ist das Buschfeuer, welches wir bereits am Vortag in der Ferne gesehen hatten. In der Luft hängt starker Brandgeruch.

Gegen 10:00 Uhr brechen wir dann auf zu unserer letzten Etappe nach Sydney. Wir halten uns unterwegs, bis auf eine kurze Kaffeepause nicht mehr weiter auf und erreichen so bald den Großraum Sydney. Hier wird die Landschaft noch einmal richtig atemberaubend. Es gibt tiefe Fjorde und hohe Berge die wir passieren. Das Gebiet gehört zum Ku-Ring-Gai-Chase Nationalpark.

In North Sydney tanken wir dann ein letztes Mal bevor wir durch den Harbour Tunnel in Richtung Flughafen fahren. An der Ausfahrt Mascot verlassen wir den Highway und als wir am Strassenrand einige Wohnmobile von Britz und Maui sehen, sind wir sicher am Ziel zu sein. Ich steige aus und frage einen Mechaniker wo denn das Büro sei. Dieser klärt mich dann darüber auf, dass dies nur eine Werkstatt sei und erklärt mir den restlichen Weg zu Britz. Wir finden die Station dann auch problemlos und checken aus. Gegen 14:30 Uhr bringt uns ein Taxi schließlich ins IBIS Hotel nach Darling Harbour wo wir diesmal auch gleich auf unser Zimmer in der 7. Etage können.

Wir freuen uns, dass wir jetzt noch einmal 2 Tage Zeit für Sydney haben.
Nach einer kurzen Ruhepause gehen wir mit Fotoausrüstung und Stativ (und einer Flasche Wein) bewaffnet durch die Stadt zur Oper.

Sydney Oper Sydney Oper

Von dort gehen wir durch den botanischen Garten zum Mrs. Macquaries Point um wieder einige Nachtaufnahmen von der Oper und der Skyline zu machen. Wie immer sind hier reichlich Jogger unterwegs. Wir suchen uns eine schöne Bank, ich stelle das Stativ auf und wir genießen den Wein zum Sonnenuntergang, wobei ich hin und wieder wenn sich die Beleuchtung ändert ein Foto mache.

Sydney - Skyline

Danach gehen wir im dunkeln durch den Hyde Park zurück zum Hotel. Im Blue Fish Restaurant am Darling Harbour essen wir noch ein "Fishermans Basket" und trinken einen Wein dazu bevor wir zum Schlafen ins Hotel gehen.

Mittwoch, 24. Oktober 2001

Tag 20 Sydney Taronga Zoo

Es regnet ! Kaum zu glauben aber der Himmel ist Wolkenverhangen und es regnet stark. Na das kann ja Heiter werden. Aber wir lassen uns nicht abschrecken und sind schon nach 8:00 Uhr am Circular Quay, wo wir uns den Zoo Pass für 27,20 $ kaufen. darin ist die Fähre, die Seilbahnfahrt und der Zoo Eintritt inbegriffen. Die Fähre legt natürlich pünktlich um 8:15 Uhr ab und 10 Minuten später legen wir bereits wieder am Pier des Zoos auf der anderen Seite von Port Jackson an. Hier müssen wir dann noch fast 20 Minuten warten, denn die Gondelbahn, mit der man zum Haupteingang fahren kann, öffnet erst um 9:00 Uhr.

Wir laufen etwas an der Strasse herum, zum Glück regnet es im Moment nicht ganz so stark, und dann geht endlich die Türe auf und wir können als erste in die Gondeln. Inzwischen ist natürlich bereits die nächste Fähre vom Circular Quay angekommen. Die Fahrt dauert keine 5 Minuten, dann sind wir am Eingang. In den ersten Gehegen ist nichts zu sehen, denn die Wombats wollen bei diesem Wetter scheinbar auch nicht raus. Wir laufen weiter zu den Giraffen, die mit der Skyline im Hintergrund ein tolles Motiv abgeben würden, wenn es nicht so trübe und regnerisch wäre. Wir sehen uns noch die Elefanten an und gehen dann erst einmal einen Kaffee trinken, denn es schüttet jetzt wieder so richtig.

Als sich das Wetter bessert, gehen wir nochmals zu den Giraffen zurück und machen ein paar Fotos.

Giraffe Taronga Zoo

Wir sehen uns noch die Erdmännchen, die Bären, Löwen und weitere Tiere an. Leider ist der komplette Reptilienbereich wegen Umbaus geschlossen, was mich etwas ärgert, denn die bekannten australischen Giftschlangen hätte ich mir gerne einmal genauer angesehen.
Um die Mittagszeit verlassen wir den Zoo durch den unteren Ausgang und sind so gleich wieder am Pier. Inzwischen hat sich das Wetter gemacht und es ist schon wieder recht warm und auch der Himmel wird immer blauer. Wir fahren zum Circular Quay zurück und laufen dann unter der Harbour Bridge hindurch und durch "The Rocks" zurück nach Darling Harbour.

Rocks

Nach einer kurzen Pause im Hotel gehen wir durch den Stadtteil Pyrmont zum Fish Market wo wir etwas trinken und uns an den Verkaufsständen um sehen.

Auch heute gehen wir dann wieder zum Sonnenuntergang zum Mrs Macquaries Point, denn an dem Anblick der Oper im Abendlicht können wir uns nicht satt sehen. Den Rest des Abends verbringen wir dann wieder in Darling Harbour.

Donnerstag, 25. Oktober 2001

Tag 21 Abflug Sydney

Heute ist schon wieder packen angesagt, denn heute mittag fliegen wir zurück. Wir stehen wieder früh auf, packen unsere Koffer und gehen dann zu Paddy's Market in der Haystreet. Es ist bereits sehr warm und wir gehen deshalb zu Fuß und nehmen nicht wie eigentlich geplant die Monorail. Um 8:00 Uhr kommen wir an, müssen dann allerdings feststellen, dass der Markt erst um 9:00 Uhr öffnet. So lange möchten wir nicht warten und deshalb gehen wir durch Chinatown und die Pitt Street wo wir ein bisschen durch die Geschäfte bummeln, nochmals zum Circular Quay. Wir setzen uns dort dann für einige Zeit einfach noch mal auf eine Bank und genießen die Sonne und die wunderschöne Aussicht auf Port Jackson und die Oper.

Dann ist es an der Zeit Abschied zu nehmen. Wir gehen die Pitt Street zurück und essen in einem Foodcourt unterwegs noch ein Sandwich. Die letzten zwei Stunden vor unserer Rückfahrt zum Flughafen verbringen wir am Darling Harbour. Im Zimmer duschen wir noch schnell und um 13:00 Uhr checken wir aus und nehmen ein Taxi zum Flughafen (20 $).

Wir checken ein und bummeln dann durch die vielen Geschäfte im internationalen Terminal.
Von den letzten Dollars kaufen wir im Duty Free noch eine Flasche Campari und einige kleine Fläschchen Bundaberg Rum als Mitbringsel.
Beim Boarding wird uns dann mitgeteilt, dass wir das Digeridoo einchecken müssten, da es als Waffe benutzt werden könnte. Ungern tun wir dies und hoffen, es in Frankfurt unbeschädigt wieder zu bekommen.
Pünktlich um 14.20 Uhr startet unser Jumbo in Richtung Malaysia und unterwegs können wir einen wunderschönen und extrem langen (durch die Flugroute mit der Sonne) Sonnenuntergang genießen.
Um 21:00 Uhr landen wir in Kuala Lumpur, wo wir uns die zwei Stunden Wartezeit mit Beine vertreten vertreiben. Dann geht es um 23:00 Uhr zur letzten Etappe der Reise in Richtung Frankfurt.
Die Flugzeit beträgt unglaubliche 13,5 Stunden, aber wir können wenigstens ein bisschen schlafen. Wir sehen uns nochmals den Film Bridget Jones Diary an, da er uns so gut gefallen hatte.

Freitag, 26. Oktober 2001

Tag 22 Ankunft Frankfurt

Mit der bereits eingeplanten Verspätung von 1,5 Stunden landen wir um 7:30 Uhr in Frankfurt. Wir holen unser Gepäck und das Digeridoo und fahren mit dem Hotel Shuttle, den wir um 8:05 gerade noch erwischen zum Hotel zurück, wo wir unser Auto aus der Tiefgarage holen und nach Hause fahren.